Von der Dachsanierung zum Demonstrationsprojekt in der Stadterneuerung

Artikel von Andelsportal.dk über die Wahl von Solartag für ein nachhaltiges Sanierungsprojekt

Vom gelben Ziegelbau zum nachhaltigen Gebäude: Ein vierfaches Renovierungsprojekt

Was als notwendiger Austausch eines abgenutzten Eternitdachs in der Wohnungsgenossenschaft AB Ålholmhus begann, entwickelte sich zu einem vierteiligen nachhaltigen Renovierungsprojekt, das Solarmodule, Dämmung, eine grüne Fassade und ein Sedumdach umfasst. Das Projekt wird das Erscheinungsbild der Genossenschaft deutlich verändern und sie gleichzeitig zu einem lokalen Beispiel dafür machen, wie sich Ästhetik und nachhaltige Lösungen miteinander verbinden lassen.

In Valby liegt die Wohnungsgenossenschaft AB Ålholmhus, die aus 96 Wohnungen in drei Gebäuden aus den 1950er-Jahren sowie vier Gewerbeeinheiten in einem Erdgeschossgebäude besteht. Als der Instandhaltungsplan im Jahr 2020 zeigte, dass die alten Eternitdächer ausgetauscht werden mussten, markierte dies nicht nur den Beginn einer notwendigen Sanierung – sondern den Beginn einer umfassenden Transformation, die das Engagement der Genossenschaft für die grüne Wende deutlich unterstreicht.

Ole Vinkler, Vorsitzender von Ålholmhus, berichtet über das vierteilige Renovierungsprojekt, das nicht nur das Erscheinungsbild der Genossenschaft stark verändern, sondern sie auch zu einem lokalen Beispiel für die Verbindung von Ästhetik und nachhaltigen Lösungen machen wird.


Vom Dachtausch zum Demonstrationsprojekt der Stadterneuerung

Der Instandhaltungsplan von 2020 löste das vierteilige Renovierungsprojekt aus. Der Plan zeigte, dass die alten Eternitdächer ersetzt werden mussten – ein umfangreiches Vorhaben für sich.

Bei Dacharbeiten ist es fast immer notwendig, ein Gerüst aufzustellen – und jeder, der sich mit Bauprojekten auskennt, weiß, dass das Gerüst oft einen erheblichen Teil der Gesamtkosten ausmacht. Daher riet das Beratungsunternehmen A4 Arkitekter der Genossenschaft, zu prüfen, ob sich das Dachprojekt mit anderen Sanierungsarbeiten verbinden ließe, um mehr Wert für das Geld zu erzielen. Das erwies sich als sinnvoll.

Die Gebäude der Genossenschaft waren über viele Jahre schlecht isoliert. Abgesehen vom Austausch aller Fenster vor 10–12 Jahren hatte es seit den 1950er-Jahren keine größeren Fassadensanierungen gegeben. Schnell wurde deutlich, dass es sinnvoll wäre, die Fassaden gleichzeitig mit den Dächern zu dämmen.

„Da wir nun sowohl Dach als auch Fassade sanieren wollten, bekamen wir den Rat, nachhaltige Lösungen zu wählen – denn dadurch konnten wir Unterstützung aus dem Stadterneuerungsfonds beantragen“, erklärt Ole Vinkler.

Die Genossenschaft nahm diesen Rat vollständig an und ergänzte das Projekt um so viele nachhaltige Maßnahmen, wie das Budget zuließ – und konnte daher Fördermittel beantragen und erhalten. Durch diese Maßnahmen unterstützt die Sanierung das Ziel der Stadt, eine grünere und klimafreundlichere Umgebung zu schaffen. Die Genossenschaft erhält dadurch:


Solarmodule auf den Dächern

„Wir fanden heraus, dass es uns nur etwa 1 Million DKK mehr kosten würde, Solarmodule zu installieren, anstatt nur die Dächer auszutauschen“, erklärt Ole Vinkler. Die Entscheidung für Solarmodule war daher naheliegend.

Die alten Eternitplatten wurden entfernt, neue Dachpappe wurde verlegt und Solarmodule darauf montiert. Die Lösung stammt von Solartag und besteht aus integrierten Solarzellen. Das System ist modular aufgebaut, sodass die Genossenschaft später problemlos weitere Module hinzufügen kann.

„Wir bekommen allerdings nur auf zwei Gebäuden Solarmodule. Ein Solarkonsulent stellte fest, dass wir im Sommer so viel Strom produzieren würden, dass wir ihn niemals vollständig verbrauchen könnten – und es schwierig werden könnte, den Überschuss ins Netz einzuspeisen. Das System wäre schlicht überdimensioniert, wenn alle Dächer Solarmodule erhielten. Auf dem Gebäude, in dem ich wohne, liegen daher Dummy-Platten. Sie sehen aus wie Solarmodule, sind es aber nicht“, erzählt Ole Vinkler. „Die Handwerker montieren sie gerade. Sie ähneln Schieferplatten und sehen wirklich schön aus – sowohl die Dummys als auch die echten Solarmodule.“

Ålholmhus entschied sich bewusst für ein modulares System, damit die Dummy-Platten später bei Bedarf leicht durch echte Solarmodule ersetzt werden können.


Gedämmte Fassaden

Es lag nahe, die Fassaden parallel zum Dachtausch zu dämmen. Die Fassaden waren nahezu ungedämmt, sodass eine Dämmung nicht nur den Wärmeverlust reduzieren und das Raumklima verbessern würde, sondern auch das ohnehin benötigte Gerüst optimal nutzen würde.

„Wir haben uns für eine Außendämmung entschieden, damit wir nicht in die Wohnungen hineinmüssen und dort Platz wegnehmen. Viele Wohnungen sind nur 45 m² groß, und es würde viel ausmachen, wenn man überall 20 cm abtragen müsste – daher haben wir von außen gedämmt“, erklärt Ole Vinkler.

„Und um unseren CO₂-Fußabdruck zu reduzieren, haben wir – wie empfohlen – so viele Recyclingmaterialien wie möglich gewählt.“

Die Außenverkleidung besteht aus recycelten Aluminiumplatten mit Holzlamellen. Auch dies ist ein modulares System, sodass die Platten bei Bedarf leicht abgenommen werden können, um Arbeiten dahinter zu ermöglichen.

Ein ähnliches Isolierungssystem wurde bereits bei sehr alten Gebäuden in der Klimakarré auf Østerbro eingesetzt. Die Stadt Kopenhagen möchte jedoch mehr Daten dazu sammeln. Daher wurde vereinbart, dass dasselbe System auch bei Ålholmhus eingesetzt wird – sodass die Genossenschaft Fördermittel erhält und die Stadt das System an einem neueren Gebäudetyp testen kann.


Sedumdach

Ålholmhus besteht aus drei parallelen Gebäuden, die durch das Dach des Erdgeschossgebäudes verbunden sind, in dem sich die vier Gewerbeeinheiten befinden. Auf dieses Dach soll ein Sedumbelag aufgebracht werden – geplant ist das für das kommende Frühjahr.

Die Idee entstand, weil die Stadt Kopenhagen großen Wert auf Lösungen legt, die den Regenwasserabfluss in die Kanalisation verzögern. Sedum erwies sich als einfache und effektive Lösung, die sowohl Regenwasser zurückhält als auch zur Biodiversität beiträgt. Diese Eigenschaften ermöglichten es der Genossenschaft, Fördermittel aus dem Stadterneuerungsfonds zu erhalten.

„Das Dach lässt kein besonders üppiges Sedum zu, aber es wird dennoch eine gewisse Menge Wasser zurückhalten können“, erklärt Ole Vinkler.


Grüne Fassadenwand

Die grüne Fassadenwand bildet den vierten Teil des Projekts.

Die Idee entstand nicht zufällig – sie entwickelte sich im Dialog mit der Stadterneuerungsabteilung der Stadt Kopenhagen. Die Genossenschaft wurde eingeladen, an einem Pilotprojekt teilzunehmen. Sie sagte zu und ist nun ein Demonstrationsprojekt der Stadterneuerung. Konkret bedeutet dies, dass fast die gesamte Fassade zur Aalholmvej begrünt wird.

„Es handelt sich um eine stark befahrene Straße. Auf einer Luftverschmutzungskarte ist sie fast so rot wie der H.C. Andersens Boulevard. Dort wird die gesamte Wand bepflanzt. Die Universität Kopenhagen ist beteiligt und hat seit August letzten Jahres Luftqualitätsmessgeräte installiert – sowohl zur Straße hin als auch in einigen unserer Wohnungen. Wir werden sehen, ob die grüne Wand die Feinstaubbelastung verringert. Ergebnisse gibt es aber erst in etwa einem halben Jahr“, berichtet Ole Vinkler.


Hinter der Fassade: Große Projekte werden schnell Teil des Alltags

Derzeit stehen Gerüste um alle Gebäude, und die Handwerker arbeiten intensiv an Solarmodulen, Fassaden und der grünen Wand. Das erste Gebäude nähert sich der Fertigstellung – die grüne Fassadenwand soll kurz vor Weihnachten freigelegt werden. Das zweite Gebäude wird voraussichtlich zum Jahreswechsel fertig, das dritte im Frühjahr. Danach folgt das Sedumdach, dessen Arbeiten im Frühjahr beginnen sollen.

Doch der Weg bis hierher war lang – große Projekte erfordern Planung, Geduld und viele Arbeitsschritte.

„Wir haben zahlreiche Informationsveranstaltungen allein vor der Abstimmung durchgeführt. Unser Berater A4 Arkitekter erstellte drei Projektvorschläge, über die wir 2021/2022 abstimmten. Danach ging das Projekt in die Ausschreibung“, erzählt Ole Vinkler.

Fördermittel der Stadt erfordern formale Vergabeverfahren. Die Genossenschaft erhielt Angebote von drei oder vier Unternehmen und wählte das günstigste, das alle Anforderungen erfüllte.

Ole Vinkler und Vorstandsmitglied Martin Borelli sind die Hauptkoordinatoren des Projekts, während die übrigen Vorstandsmitglieder andere Aufgaben übernommen haben. Von der ersten konkreten Planungsphase bis zum Baubeginn investierten die beiden viele Stunden pro Woche in Baubesprechungen, Treffen mit der Stadt und Beratungsgesprächen – um den korrekten Ablauf sicherzustellen.

„Wir hatten unzählige wöchentliche Baubesprechungen allein für den Förderantrag. Und wir hatten viele Treffen mit der Stadt und den verschiedenen Beratern. Martin und ich verbringen – immer noch – schnell fünf bis zehn Stunden pro Woche damit. Und das zusätzlich zu allem anderen“, erklärt der Vorsitzende.


Erfahrungen auf dem Weg: Ratschläge des Vorsitzenden

Obwohl das Projekt noch nicht abgeschlossen ist, hat der Vorsitzende bereits wertvolle Erfahrungen gesammelt:

Eine funktionierende Vorstandstruktur ist entscheidend

Große Sanierungsprojekte erfordern Zeit, Energie und Zusammenarbeit.

„Das war nur möglich, weil wir einen wirklich gut funktionierenden Vorstand haben. Wir hatten Glück, dass der Rest des Vorstands großartig die übrigen Aufgaben übernommen hat“, sagt er.

Professionelle Beratung einholen

„Es ist äußerst wichtig, sich bei Projekten dieser Größe beraten zu lassen.“

Die Genossenschaft arbeitete mit verschiedenen Beratern: Baukonsulenten, Solarexperten, Juristen usw.

„Ein Projekt dieser Größe kann man als Laie nicht bewältigen. Holt euch Beratung von Anfang an – bevor das erste Gerüst steht.“

Fördermöglichkeiten prüfen

„Prüft, ob ihr Fördermittel bekommen könnt. Das lohnt sich. Die grüne Fassade hat das Projekt etwas komplizierter gemacht, aber sie wird die Genossenschaft nichts kosten, da die Stadt sie finanziert.“

Ein Berater kann helfen, relevante Förderprogramme zu finden und die Anträge zu formulieren.

Separate E-Mail-Adresse einrichten

Der wichtigste und einfachste Rat:

„Richtet eine separate E-Mail-Adresse für Vorstandsarbeit ein. Als es am intensivsten war, bekamen wir 15–20 Mails pro Tag. Wenn sich das mit dem Privatleben mischt, wird es unübersichtlich.“


Vom Ziegelstein zum modernen Ausdruck – und Solarstrom, der sich bezahlt macht

Die vielen Maßnahmen verändern natürlich das Erscheinungsbild. Die alten gelben Ziegelfassaden werden mit Aluminiumplatten und Holzlamellen verkleidet, wodurch ein modernerer Ausdruck entsteht. Die grüne Wand und das Sedumdach verleihen dem Ganzen eine weichere, natürlichere Note.


Blick in die Zukunft: Solarenergie im Alltag

Die Bewohner und der Vorsitzende freuen sich auf die Fertigstellung – und auf die Zukunft mit Solarstrom. Obwohl zahlreiche Berechnungen zeigen, dass Solarstrom die Kosten senken wird, wird erst die Praxis zeigen, wie es sich tatsächlich entwickelt.

Das Solartag-System wird voraussichtlich 83.596 kWh grünen Strom pro Jahr erzeugen, wovon etwa 49.000 kWh direkt im Gebäude genutzt werden.

„Es gibt Berechnungen, die zeigen, dass es günstiger wird – schließlich ist ein Teil unseres Stroms dann kostenlos. Aber über Amortisationszeiten und ähnliches lässt sich schwer etwas sagen“, fasst Ole Vinkler zusammen.